· 6 Min. Lesezeit · von Salimar Boat Tour
Villa Fontanelle, das Haus von Versace in Moltrasio
Faehrt man von Cernobbio Richtung Moltrasio, trifft man auf ein viergeschossiges gelbes Gebaeude, das bis ans Wasser reicht, mit einem Garten dahinter. Das ist die Villa Fontanelle, zwanzig Jahre lang das Seehaus von Gianni Versace und bis heute eine der Villen, nach denen Gaeste am meisten fragen.
Ein Englaender und ein verlassener Steinbruch
Die Villa entstand in der ersten Haelfte des 19. Jahrhunderts durch den exzentrischen Englaender Lord Charles Currie. Er soll keine Villa zum Verkauf gefunden und deshalb selbst gebaut haben, auf dem Gelaende eines alten Steinbruchs. Die Quellen weichen beim Jahr und sogar beim Vornamen ab; am besten belegt ist "Lord Charles Currie, erste Haelfte des 19. Jahrhunderts".
Vor Versace gehoerte die Villa der Mailaender Familie Besana — Antonio Besana war mit Giuseppe Verdi befreundet — und laut einigen Quellen der Familie Cambiaghi.
Die Versace-Jahre
Gianni Versace kaufte sie 1977 im verlassenen Zustand und restaurierte sie bis Dezember 1980 im klassizistischen und Empire-Stil. Er fuellte sie mit Hunderten selbst ausgewaehlten Oelgemaelden. Die Gaerten gestaltete der englische Kunsthistoriker und Gartenarchitekt Sir Roy Strong, der auch die Casa Casuarina in Miami betreute.
Belegte Gaeste sind Elton John, Sting, Madonna und Prinzessin Diana. 2001 verbrachte Jennifer Lopez hier ihre Flitterwochen mit Cris Judd.
Auktion und Verkauf
Nach dem Mord an Versace 1997 stand die Villa weitgehend leer. Im Maerz 2009 versteigerte Sotheby's in London den Inhalt: 545 Lose erzielten 7,4 Millionen Pfund gegenueber einer Schaetzung von hoechstens 2,8 Millionen. Spitzenlose waren zwei Kirschholz-Buecherschraenke von Karl Roos, fuer Pauline Borghese gefertigt, fuer 601.250 und 481.250 Pfund.
Bereits 2008 hatte das Haus Versace die Villa an Arkady Novikov verkauft, fuer 26 Millionen Pfund laut Sunday Times. Novikov investierte weitere 4-5 Millionen Euro in die Innenraeume, mit dem Mailaender Architekten Claudio Pozza.
Wie sie aussieht
- Vier Geschosse, gelber klassizistischer Bau direkt am Wasser
- Rund 1,2 Hektar Ziergaerten und drei Nebenhaeuser
- Ein Tennisplatz und ein privater Anleger
- Etwa 800 Meter Seeufer
Kann man sie besichtigen?
Nein. Eine kommunale Auflage schreibt vor, dass sie Privatwohnsitz bleibt: kein Hotel, keine Beherbergung. Keine Fuehrungen, keine Preise. Vom Wasser aus zwischen Cernobbio und Moltrasio gut zu sehen.
Ein wenig bekanntes Detail
Versace soll gewuenscht haben, in einer Kapelle im Park bestattet zu werden. Seine Asche ruht stattdessen in einer Familiengruft auf dem Friedhof von Moltrasio, keine zwei Kilometer entfernt.










































