· 6 Min. Lesezeit · von Salimar Boat Tour

Villa La Cassinella, die Villa, die niemand zu sehen bekommt

Kurz gesagt
Auf derselben Halbinsel wie Balbianello bei Lenno, aber auf der Suedseite: 30.000 Quadratmeter, neun Schlafzimmer, beheizter Infinity-Pool, Tennis- und Padelplatz. Nur per Boot erreichbar. Miete ab 118.800 Euro pro Woche; Anfang 2026 fuer ueber 90 Millionen Euro verkauft. Richard Branson war nie der Eigentuemer: er hat es selbst dementiert.

Auf dem Dosso di Lavedo, der bewaldeten Halbinsel gegenueber der Isola Comacina, liegen zwei Anwesen. An der Spitze die allbekannte Villa del Balbianello. Auf der Suedseite, hinter Zypressen verborgen, La Cassinella: die Villa, ueber die am meisten geredet und von der am wenigsten gewusst wird.

Warum man sie nie sieht

Sie ist praktisch nur per Boot erreichbar, fuenf Minuten von Campo di Lenno, wo den Gaesten eine Privatgarage zur Verfuegung steht; im Mietpreis ist ein offenes Holzboot fuer bis zu sieben Personen enthalten. Ein alter Fussweg von Lenno existiert, ist aber nicht der Zugang: der Bootszugang ist gewollt.

Die Geschichte

Die Urspruenge liegen im spaeten 19. Jahrhundert. 1926 beauftragte die texanische Erbin Fanny Hart den Ingenieur Carlo Mantegazza, die bestehende Villa Rosa auf der Suedseite neu zu errichten. Spaeter gehoerte sie der Familie Mantegazza: Carlo starb 1960, sein Sohn Giacomo kaufte sie 1964 vollstaendig und gestaltete ab 1965 die Innenraeume um.

Ende 2004 verkaufte die Familie an die Offshore-Gesellschaft Fiammetta Limited in Limassol fuer berichtete 17,5 Millionen Euro. Anfang 2026 meldete La Provincia di Como einen neuen Verkauf fuer eine Summe "ueber 90 Millionen Euro" an einen Unternehmer russischer Herkunft mit Wohnsitz in St. Moritz.

Was dazugehoert

  • Rund 30.000 Quadratmeter Anwesen, Garten von etwa drei Hektar
  • Hauptvilla mit Eingang aus Siena-Marmor, Prunktreppe, Salon zur ueberdachten Terrasse und jasminberankter Loggia
  • Neun Schlafzimmer, bis zu 17 Gaeste mit Nebengebaeude
  • Beheizter Infinity-Pool, Tennisplatz mit Kunstrasen, Padelplatz, Sauna, Fitnessraum, Heimkino
  • Poolhaus mit Kino und Gym sowie ein separates Terrace House
  • Privater Bootssteg und Seeufer-Strand

Was es kostet

Die veroeffentlichten Richtpreise beginnen bei 118.800 Euro pro Woche fuer bis zu 8 Gaeste, 171.600 fuer bis zu 13 und 196.800 fuer bis zu 17. Von Juni bis August betraegt der Mindestaufenthalt sieben Naechte, ab Mai und ab September drei. Hinzu kommen eine Speisen- und Getraenkekaution von 15.000 Euro pro Woche und eine Kaution von 10.000 Euro.

Wie wir sie sehen

Bei der Vorbeifahrt am Dosso di Lavedo, kurz nach Balbianello: vom Wasser erkennt man die hohen Zypressen, den Steg und den Pool auf Seehoehe. Es ist die einzige Art, sie zu sehen.

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Was erzaehlt wird und nicht stimmt

"Sie gehoert Richard Branson"
Falsch, und er hat es selbst dementiert: "Ich, Eigentuemer der Cassinella? Schoen waer's...". Die italienische Presse bestaetigt, dass er nie Eigentuemer war.
"Erbaut von Graf Giuseppe Fossati"
Nicht belegbar und wahrscheinlich falsch. Belegt sind Fanny Hart (1926) und die Familie Mantegazza.
"Nur per Boot erreichbar, keine Strasse"
Teilweise: praktisch per Wasser, ein alter Fussweg von Lenno existiert aber.
"Zwanzigtausend pro Tag"
Passt zu den niedrigsten veroeffentlichten Preisen (rund 17.000 pro Tag), unterschaetzt aber die Hochsaison.